Biografie Carlos Sainz (2024)

El Matador

Carlos Sainz ist der Grandseigneur des internationalen Rallyesports. Der Spanier ist seit über 40 Jahren am Lenkrad aktiv. Dreimal gewann Sainz die Rallye-Dakar, zweimal war er Rallye-Weltmeister, einmal Weltcup-Sieger der Marathon-Rallyes.

Stillstand ist nichts für Carlos Sainz. „Selbst direkt nach einer Dakar-Rallye brauche ich nach ein paar Tagen Ruhe schon wieder Bewegung.“ Dann geht es zu Hause in Madrid wieder los auf dem Fahrrad. Und zwar mit aller Kraft voraus. „Trotz meines gereiften Alters fahre ich weiter Rennen und mache auch alles andere, was mir Spaß macht, immer noch voller Leidenschaft.“

Carlos Sainz ist 59 Jahre alt. Darauf angesprochen, schmunzelt er und sagt: „Ich bin immer noch hungrig.“ Und fügt mit Nachdruck hinzu: „Wäre ich das nicht, würde ich nicht diese mir sehr wichtige Herausforderung annehmen: Zu versuchen, mit Audi die Rallye Dakar zu gewinnen – das ist ein neues, fantastisches, sehr anspruchsvolles Projekt.“

Herausforderungen, darum dreht sich das Leben von Carlos Sainz von Anfang an: „Herausforderungen treiben dich an. Sie bringen dein Gehirn zum Arbeiten. Zum Nachdenken darüber, was du tun musst, um deine Träume zu erreichen.“

Deshalb hat Sainz nach zwei Jahren auch aufgehört, Jura zu studieren. Mit Haut und Haaren Rallye fahren, das war und blieb sein großes Ding. Das macht er nun seit 1980, als er 18 wurde. „Und es ist nach wie vor ein Traum, dass ich beruflich immer noch das machen kann, was ich am meisten liebe: Auto fahren“, versichert er.

Ein Champion war Carlos Sainz bereits, bevor er seinen ersten Titel auf vier Rädern gewann. „1979 bin ich erster Spanischer Meister im Squash geworden“, merkt er an. „Wenn ein Sport gut für Motorsportler ist, dann Squash: Da musst du sehr fit sein, schnelle Reflexe haben, eine gute Koordination, eine gute Rundumsicht und schnell sein im Denken.“ Noch heute schwingt er regelmäßig den Schläger. Auch Tennis und Golf spielt Sainz sehr gern und sehr gut.

Für viele Automobilhersteller hat Carlos Sainz gearbeitet und gewonnen. „Doch heute ein Teil von Audi zu sein, das bedeutet mir wirklich ganz besonders viel“, sagt er. Sein Weg bis zur 2021 begonnenen Zusammenarbeit mit der Marke mit den Vier Ringen war lang. „Ich war junger Rallyefahrer und totaler Fan, als Audi Anfang der 1980er mit seinem quattro einstieg und mit dieser neuen Technologie des permanenten Allrads ganz schnell Rallye-Weltmeister wurde und damit neue Standards setzte.“

Als ähnliche Pioniertat sieht Carlos Sainz das neue Dakar-Projekt von Audi: „Damals waren sie die Ersten mit quattro, jetzt sind sie die Ersten mit einem elektrifizierten Antrieb.“ Die Perspektiven des völlig neuen Audi-Engagements beschreibt der dreimalige Dakar-Sieger so: „Die Ingenieure von Audi haben bei der Rallye Dakar eine Menge technischer Freiheiten. Dort können sie ihr Auto in vielen Bereichen sehr viel freier gestalten als in vielen anderen, deutlich restriktiveren Motorsport-Meisterschaften.“

Sainz war und ist ein Fahrer mit besonderem Verständnis für das Verfeinern neu konstruierter Rennwagen. „Ich habe volles Vertrauen in die Audi-Ingenieure und versuche, ihnen mit meiner Erfahrung zu helfen, ein schnelles und erfolgreiches Auto zu entwickeln.“

Seine zusätzlich übernommene neue Fahreraufgabe in der 2021 eingeführten Offroad-Rennserie Extreme E hält Carlos Sainz für wenig vergleichbar mit den Dakar-Einsätzen: „Beim einen fährst du an einem Wochenende rund 80 Kilometer, beim anderen zwei Wochen lang täglich fast 800 Kilometer.“

„Die Rallye Dakar darfst du nie unterschätzen“, sagt Carlos Sainz. „Sie ist sehr, sehr hart.“ Für Maschine und Mensch, wie der Spanier betont: „Du musst auf jedem Gebiet maximal gut vorbereitet sein. Und du musst auf jeden Fall geduldig bleiben. Denn ein einziger kleiner Fehler, ob beim Fahren oder bei der Technik, schon verlierst du Zeit, meist viel Zeit. Rückstände kannst du bei der Dakar jedenfalls nur sehr, sehr schwer wieder aufholen.“ Das hat Sainz bei so manchem Dakar-Rennen selbst erlebt.

„Mein Vater beeindruckt mich sehr. Er ist immer noch sehr aktiv.“ Das sagt Carlos Sainz junior. Der Sohn der spanischen Rallyelegende ist selbst Motorsportler und fährt seit 2015 in der Formel 1. „Was dort heute von mir zu sehen ist, das ist in vielen Punkten das, was ich von meinem Vater gelernt habe“, gesteht er. Noch einen interessanten Einblick ins Familienleben gewährt Sainz junior: „Als Kind war mir gar nicht bewusst, wie erfolgreich und wie groß mein Vater im Motorsport ist.“

Übers Aufhören mit dem Rennfahren will der Senior nur selbst entscheiden. Ehefrau Reyes, die Carlos Sainz mit 18 kennenlernte und mit 30 heiratete, akzeptiert auch seine neue große Herausforderung mit Audi. „Es macht mich sehr stolz, Audi zu helfen, zum ersten Mal die Dakar zu gewinnen“, sagt Carlos Sainz. „Und wenn mir das sogar als Fahrer gelingt, dann ist das mein letztes Ziel.“

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